Emanzipation: Von wo – wohin?

Emanzipation: Von wo – wohin?

Emanzipation ist im Westen in aller Munde.
Die entscheidende Frage aber ist: Von wo – wohin emanzipieren wir uns?

Emanzipation

Was bedeutet eigentlich Emanzipation?

Fragt man das Internet erhält man die Antwort, dass Emanzipation die „Entlassung aus der väterlichen Gewalt“ ist. Natürlich nur im übertragenen Sinne. In der Umgangssprache versteht man unter dem Wort die Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit im Sinne von Verselbstständigung.
Stellt sich mir dann aber die nächste Frage.

Wer emanzipiert sich?

Im Westen ist dieses Thema in aller Munde.  Menschen, Betriebe, Gruppen und sogar Städte. Alles emanzipiert sich. Besonders häufig denken wir bei diesem Wort aber an Frauen.

Heute ist Feminismus in den Köpfen der Frauen selbstverständlich. Viele Frauen fühlen sich in dem Bild, dass man früher, und vielleicht auch teilweise noch heute von ihnen hat, eingeengt. Sie wollen nicht mehr das Heimchen am Herd sein oder im Schatten des (Ehe-)Mannes stehen. Sie wollen selbst als eigenständiger Charakter wahrgenommen und ernst genommen werden. Trotzdem wissen Frauen oft gar nicht wo sie sich selbst einordnen sollen und wo sie denn nun hin gehören?

„Welche Rolle soll ich denn nun verkörpern?“
Ich bin mir sicher, dass sich diese Frage schon die ein oder andere gestellt hat.

Viele Frauen wollen feminin wirken, gleichzeitig aber auch stark und unabhängig und kämpfen seit dem 18. Jahrhundert um die rechtliche und soziale Gleichstellung. Sie wollen beschützt und behütet werden, aber gleichzeitig irgendwie alles alleine können.
Manchmal ist es schwierig, sich in diesem Wirr-Warr der Rollenverteilung noch zurecht zu finden und den Überblick zu behalten. Nur wenige Frauen können diese Pflichten miteinander vereinbaren und schaffen es tatsächlich alles unter einen Hut zu bekommen. Die Meisten aber werden vor eine harte Entscheidung gestellt: Was will ich? Familie oder Karriere?

In Sachen Gleichberechtigung besteht noch viel Reformbedarf. Nach wie vor schränken sich die Mütter in ihren beruflichen Ambitionen zugunsten der Kinder ein, Frauen verdienen in vergleichbaren Berufen weniger als Männer. Und die Führungspositionen in großen Konzernen sind noch immer fast ausschließlich von Männern besetzt.

Emanzipation bei Männern

Der klassische Gentleman ist vom aussterben bedroht.
Wundert mich gar nicht. Frauen wissen ja nicht einmal ob sie ihn überhaupt noch wollen…
Viele sagen zwar ja, verhalten sich aber nicht immer dementsprechend.
Woher soll ein Mann denn heute noch wissen ob es überhaupt noch „okay“ ist, einer Frau den Mantel abzunehmen, den Stuhl zurecht zu rücken oder die Autotür aufzuhalten. Soll er das tun, oder erledigt das die emanzipierte Frau selbst? Eher werden Männer mittlerweile dafür belächelt. Nicht nur von anderen Männern, auch von Frauen.
Wie oft ist ein nett gemeintes Kompliment inzwischen eine billige Anmache über die sich Frauen eher ärgern als freuen? Können wir das überhaupt noch unterscheiden? Dürfen Männer denn noch in die Rolle des starken Geschlechts schlüpfen, oder sind sie dann automatisch ein Macho?

Genau so schwierig ist es für Männer sich in die Rolle des modernen Vaters oder des Hausmannes einzufinden. Immer mehr kommt es vor, dass die Frau sich auf die Karriere konzentriert und der Mann zu Hause bleibt. Aber warum nimmt nur ein extrem kleiner Prozentsatz der Männer die Möglichkeit in Anspruch für einen gewissen Zeitraum bei den Kindern zu Hause zu bleiben?
Viele Männer würden bestimmt gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, können sich aber nicht dazu durchringen zu Hause zu bleiben, da man sonst womöglich anstatt als „Ernährer der Familie“ als „Weichei“ oder „Faulpelz“ da steht? Das will man natürlich auch nicht.

Immer wieder die gleiche Gender-Debatte.

Die Gesellschaft befindet sich im Wandel und es gibt kein festes Rollenverständnis mehr. Letztendlich müssen sowohl die Männer als auch die Frauen selbst die richtige Rolle für sich finden.
Es scheint manchmal als warten manche auf die Allerweltsformel, die endlich dieses Problem löst – und doch denke ich, dass die Lösung in jedem Einzelnen von uns steckt.

Ich persönlich denke, dass für den Menschen nur eine Art der Emanzipation gibt, die von entscheidender Bedeutung ist:
Die zu sich selbst hin!

Von wo – wohin emanzipieren wir uns?

Neben der äußeren Emanzipation, gibt es noch die innere.
Die Verwandlung zu einem besseren, erfüllten Selbst.
Diese Wandlung drückt sich meiner Meinung nach aus in Liebe, Aufrichtigkeit, inneren Frieden und Gewaltlosigkeit.

Die Liebe zu dir selbst

Stehe zu dir selbst! Bedingungslos.
Mache dich frei von Perfektion und Leistung. Die Folge daraus, nämlich Selbstkritik und Versagen durch deine zu hochgesteckten Maßstäbe, sind kein erstrebenswertes Ziel um glücklich zu werden. Es ist viel mehr das was dich lähmt.
Beobachte dich selbst und lerne aus dir. Lass dich nicht von Anderen beirren. Meistens wissen wir sowieso selbst am allerbesten was für uns richtig und vor allem wichtig in unserem Leben ist.
Vertraue auf deine Gefühle.
Fühlst du dich bei etwas unwohl, dann vertrau dir selbst und verfolge diesen Gedanken nicht weiter. Es kann dann nicht so wichtig für deinen Lebensweg sein. Der Gedanke entfernt dich nur von dir selbst. Mach nie den Glauben der anderen Menschen ungeprüft zu deiner eigenen Wahrheit. Was für andere Leben gilt bedeutet nicht, dass es gleich wichtig und richtig ist für dich ist.

Aufrichtigkeit

Sei aufrichtig und ehrlich. Mit dir selbst und mit anderen. Was bringt es dir wenn du dich hinter Lügen versteckst. Strebe lieber danach so zu leben, dass du es gar nicht nötig hast unaufrichtig zu sein. Handle überlegt und stets mit Herz UND Hirn. Ist nur eines von beiden dabei, geht die Entscheidung oft im Nachhinein nach hinten los.

Innerer Frieden

Wenn du nicht mehr jeden glücklich machen willst, fängst du an dich selbst glücklich zu machen – Fast immer beginnt an diesem Punkt auch der innere Frieden.
Deinen inneren Frieden musst du dennoch ganz alleine finden.
Wenn du leidest, ist es wegen dir. Wenn du fröhlich bist, ist es wegen dir. Wenn du glücklich bist, ist es wegen dir. Niemand ist dafür verantwortlich wie du dich fühlst außer dir selbst. Deine Gedanken können die Hölle oder der Himmel sein. Du allein entscheidest, aber lass das Verhalten Anderer nicht deinen inneren Frieden stören.

Gewaltlosigkeit

Gewalt ist die Waffe des Schwachen; Gewaltlosigkeit die des Starken. – Mahatma Gandhi

Viel zu oft lassen wir unser Denken und Handeln durch Neid, Geiz und Missgunst bestimmen. All diese Zustände sind Faktoren, die uns dazu bringen in bestimmten Situationen Gewalt anwenden zu wollen.
Die Frage ist nur – wofür?
Was bringt es uns? Und möchten wir es überhaupt? Wahrscheinlich nicht. Warum dann also? Jede Gewaltanwendung erzeugt unweigerlich eine Gegenkraft.
Aus diesem Grund wäre es besser wir fahren nicht gleich mit 180 an die Decke und üben uns stattdessen in Geduld, oder schrauben die geizigen Gedanken bewusst zurück und konzentrieren uns auf das, was wir bereits haben und erfreuen uns daran. Ein bisschen mehr Demut würde uns allen nicht schaden.

Liebe, Aufrichtigkeit, innerer Frieden und Gewaltlosigkeit sind meiner Meinung nach ein Garant für deine wahre Emanzipation, nämlich zu deinem besseren Selbst hin.

Du wirst immer zu dem, was du über dich glaubst! Also glaube an dein besseres Selbst und finde dein ganz persönliches Glück!


Natürlich ist mir bewusst, dass dieses Thema derart umfassend ist, dass es nicht annähernd in einem einzigen Artikel behandelt werden kann. Die oben genannten Zeilen sollen lediglich die, die sich dafür interessieren, zum Nachdenken anregen und vielleicht einen neuen Blickwinkel aufzeigen. Das alles ist nur meine persönliche Meinung.

Folge:

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