Weihnachten – Das Fest der Liebe oder die größte Heuchelei?

Weihnachten – Das Fest der Liebe oder die größte Heuchelei?

Täuschen wir uns selbst und versuchen an einem einzigen Tag auszugleichen was wir an 364 anderen verabsäumen? Oder ist Weihnachten wirklich das Fest der Liebe?


Für mich, als großer Fan der Weihnachtszeit, ist diese Frage Jahr für Jahr ein Thema über das ich nachdenke.

Ich finde es toll wochenlang durch wunderschön beleuchtete Gassen zu schlendern, dekorierte Schaufenster anzusehen, Weihnachtslieder zu hören, die Wohnung festlich zu schmücken und zu überlegen was ich meinen liebsten Menschen schenken könnte… ABER in meinen Augen hat Weihnachten nicht nur eine schöne Seite – und ich denke es würde nicht schaden diese „besinnliche Zeit“ manchmal etwas kritischer zu betrachten, beziehungsweise sich folgende Frage zu stellen:

Verhalte ich mich zur Weihnachtszeit anders als das übrige Jahr?
Und wenn ja, wieso?

Manchmal scheint es als ginge es 364 Tage im Jahr nur um einen selbst.
Man ist sich selbst der nächste und oft vergisst man an andere zu denken und Rücksicht zu nehmen.

Man stellt die Arbeit über die Zeit mit der Familie.
Man lässt seine schlechte Laune an Kollegen aus.
Der Große frisst den Kleinen.
Geld und Profit stehen im Mittelpunkt.
Man vergisst Geburtstage und Jahrestage.
Man ist unpünktlich und sagt viel zu kurzfristig Treffen ab.
Man nimmt sich zu wenig Zeit für Freunde.
Die Menschlichkeit und das Mitgefühl fehlen.
Man nimmt Dinge für selbstverständlich und gibt sich zu wenig Mühe.
ABER AN WEIHNACHTEN IST IST PLÖTZLICH ALLES ANDERS ?!

Natürlich ist es toll, wenn an Weihnachten die ganze Familie zusammen kommt, der Stress nachlässt, man sich entspannt, an Bedürftige denkt, spendet und sich gegenseitig beschenkt.
Zumindest ist es besser man tut es an Weihnachten als man tut es überhaupt nie…
…doch sollte man sich eines ganz bewusst vor Augen führen:


Bedürftige, Menschen die an/unter der Armutsgrenze leben, vom Schicksal gebeutelte Menschen, Obdachlose, Hungersnöte und Kriege sind nicht etwas das uns nur dank einer Spendenaktion an Weihnachten zu denken geben sollte.
Diese Probleme sind immer da. Jeden Tag!
Nur weil man zu Weihnachten Geld spendet, in die Kirche rennt und überall von Nächstenliebe gesprochen wird, wird es nicht automatisch zu einem Fest der Liebe… sondern auch zu einer großen Heuchelei.

Das Fest der Liebe sollte sich über 365 Tage im Jahr hin ziehen!
Mehr Liebe in der Arbeitswelt.
Mehr Liebe im Alltag.
Mehr Liebe in der Familie, dem Freundeskreis, für Kinder und alte Menschen.
Hilfsbereit, gütig und mitfühlend sein…
Das ist es, was es an jedem einzelnen Tag im Jahr braucht!

Wir können nicht an einem Tag wettmachen was wir an allen anderen versäumen.
 

Denken wir auch dann noch an Bedürftige und Hungersnöte, wenn wir uns über die Feiertage zum wiederholten Male so vollfressen, dass uns fast der Magen platzt?
Was bringt es, wenn wir nahezu von einem auf den anderen Tag auf Liebe umschalten und am übernächsten Tag doch wieder in die alten Gewohnheiten verfallen?

Fangen wir an uns die wichtigsten Geburtstage zu merken, mal einfach so eine nette Aufmerksamkeit zu verschenken, auch unterm Jahr etwas zu spenden und an Benachteiligte zu denken, etwas weniger verschwenderisch zu leben, nicht sofort zu hupen wenn der Sonntagsfahrer zu langsam ist, die eigene schlechte Laune nicht an Unschuldigen auszulassen, uns Zeit zu nehmen für Aktivitäten mit Freunden/Familie die wir immer wieder aufschieben, uns Zeit für uns selbst zu nehmen um in Stresssituationen gelassener reagieren zu können, auch einmal nachzugeben anstatt stur zu bleiben, Kompromisse einzugehen, unsere Hilfe anzubieten und zuzuhören.
All diese Kleinigkeiten im Alltag zu leben, anstatt nur zu Weihnachten.

Meiner persönlichen Meinung nach, ist das was wirklich zählt, die Verhaltensweise und das Miteinander an den übrigen 364 Tagen 😉
In diesem Sinne… FRÖHLICHE WEIHNACHTEN!


Wer die aktuelle Spendenaktion von Ö3 unterstützen möchte:
Hier geht’s zum Ö3-Weihnachtswunder 🙂

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